




Krutyń/ Kruttinnen liegt in der Johannisburger Heide am Ufer der Krutynia,des wohl schönsten masurischen Flusses: „Wer einmal dort gewesen ist, kann es nie vergessen und wird immer wiederkommen“. Der Name des Ortes kommt von dem Fluss und bedeutet „ein schnellfließender und gewundener Fluss“.
Die Ortschaft entstand ungefähr 1500 unter dem Hochmeister des Ritterordens Friedrich von Meissen als eine Jagdstation, die später in ein Jagdschlösschen umgebaut wurde. Während der Pestepidemie 1527 suchte hier Herzog Albrecht Zuflucht.
Im Jahre 1651 wird mitten in der Wildnis eine „Wildnisbereiterei“ (Oberförsterei) errichtet und erhält den Namen „Crotingen“. Das Schlösschen wurde zum Sitz des Oberförsters.
Durch Ansiedlung von fünf Waldwarten (Förstern) im Jahre 1693 und durch die Anlage eines „Teerofens mit Teerschwelern“ wurde die Siedlung vergrößert.
1737 wird für acht Kinder eine Schule eingerichtet. Erst nach dem Siebenjährigen Krieg setzte ein weiterer Zuzug von Waldarbeitern ein. Es entsteht 1765 eine Papiermühle in Grünheide und 1771 „ein Amtskrug beim Crotingschen Teerofen“.
Für den Teerofen und die Papiermühle wurde im Laufe der Jahre ein großer Waldbestand gerodet und urbares Land zu gewinnen. Daher konnte man Ackerland in Erbpacht vergeben.
Der am 9. April 1813 abgeschlossene Erbpachtvertrag zwischen der Kgl. Preußischen Regierung und 19 Instleuten könnte als Gründungsurkunde des Dorfes angesehen werden.
61 Jahre später, am 11. Juli 1874, wird durch Allerhöchste Kabinettsordre durch Abtretung von dem fiskalischen Forstrevier Cruttinnen die Forstkolonie Cruttinnen zu einem besonderen Gemeindebezirk erhoben. In dieser Forstkolonie wohnten 56 Familien, also etwa 200 bis 300 Personen.
Die Teeröfen mit den Teerschwelern, der erforderliche Holzeinschlag, die Köhlerei, die Asche und Pottaschebrennerei sowie Jagd und Fischfang waren im 1. Jahrhundert neben der Landwirtschaft die Haupterwerbszweige.
Die Standorte, der Betrieb, das Pachtgeld, der Umfang der Herstellung, feuerpolizeiliche Sicherheitsvorschriften und v. a.m. wurden bis ins einzelne geregelt.
Durch die technischen und wirtschaftlichen Veränderungen gehen die Aschebrennerei 1835, die Teerherstellung 1842 und die Köhlerei 1881 ein.
In den Jahren bis zum Zweiten Weltkrieg bestritten die Kruttinner ihren Lebensunterhalt von der Arbeit in der Land- und Forstwirtschaft, der Fischerei und im Sägewerk. In der Urlaubszeit im Sommer wurde im Fremdenverkehr und im Winter durch Holzrücken im Wald das Einkommen erhöht.
Krutyń, zuerst Cruttinnen, ab 1938 Kruttinnen, liegt an der Kruttinna. Die Kruttinna kommt aus dem Muckersee und schlängelt sich durch Wald und Wiesen bis zum Gartensee. Von vielen Dichtern als der schönste Fluss Masurens gerühmt. Die Lage am Fluss und die Entfernung von den Hauptverkehrslinien machten das Dorf zu einem beliebten Urlaubs- und Ausflugsort, besonders für Wassersportler, Angler und Naturfreunde.
1963 besuchte Krutyń/ Kruttinnen der berühmte Schriftsteller, Nobelträger John Steinbeck.
In Krutyń befinden sich zahlreiche alte Holzhäuser, die meisten am Anfang des 20. Jahrhundert gebaut wurden. Der Ortskern besteht außer den Häusern auch aus engen und gewundenen Sandwegen, die den Touristen zu einem Bummel einladen.
In der alten Scheune befindet sich das kleine Museum des Landschaftspark Masuren.
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